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Die neue Beleuchtung von Vittoriosa

About Project

Vittoriosa (volkstümlicher und unter Maltesern gebräuchlicherer Name ist Birgu) ist ein kleines, befestigtes Städtchen, das in die Meeresbucht Grand Harbour hineinragt und einst den wichtigsten Hafen der Insel darstellte. Mit der Gründung von Valletta verlor die Stadt ihren Hauptstadtstatus. Dennoch erkennen die Malteser Vittoriosa als eine der wichtigsten Städte des ganzen Landes an. Zwischen 2012 und 2013 wurde ein Betrag von 36.000.000 € für die Sanierung des gesamten Städtchens gewährt und im Sommer 2013 machte die Regierung mit einem Budget von 2.000.000 € eine Ausschreibung, die die Instandsetzung der Beleuchtung der gesamten Stadt vorsah und Haupt- und Nebenstraßen bis hin zu den Denkmälern und Befestigungsanlagen miteinbeziehen sollte.

Das mit der neuen Stadtbeleuchtung von Birgu verknüpfte strategische Ziel war es, die Gebäude und das Straßennetz durch eine zwar etwas theatralische, aber trotzdem leichte Beleuchtung zu beleben. Sie sollte den Charakter einer marinen Befestigungsanlage der Stadt unterstreichen, die Erreichbarkeit der für die Öffentlichkeit zugänglichen Orte vor allem nach Sonnenuntergang verbessern, von kriminellen Handlungen abhalten und daher das Gefühl der Sicherheit stärken und Birgu in eine geschichtsträchtige, aber lebendig pulsierende Stadt verwandeln. Durch die neue Beleuchtung sollte die Stadt Vittoriosa aus der Landschaft hervorstechen und leicht erkennbar sein: sie sollte praktisch zu einem leuchtenden Signal in der nächtlichen Landschaft von Malta werden. Die Richtlinien für die Umsetzung dieses Ziels waren folgende: - Sämtliche beleuchtungstechnischen Eingriffe waren unter technisch-ästhetischen Aspekten zu koordinieren; - Die Beleuchtung musste sich hinsichtlich ihrer funktionellen und architektonischen Aspekte ergänzen, sodass die bestehenden Installationen durch das neue Beleuchtungssystem vollständig ersetzt werden konnten. - Die Kosten mussten innerhalb der vorgegebenen Grenzen gehalten werden. Wie bei jeder Planung erfolgte zuerst eine Bestandsaufnahme, im Zuge derer die Stadt auch in kultureller Hinsicht unter die Lupe genommen wurde, um jene Orte zu identifizieren, die in kunsthistorischer wie geschichtlicher Hinsicht als besonders anziehend wirken. Die allgemeinen Vorgaben für das Beleuchtungskonzept stellten die Atmosphäre in den Mittelpunkt: eine gleichmäßige Ausleuchtung war undenkbar, da die Wirkung keinesfalls herabgesetzt werden durfte; so fiel die Wahl auf eine Farbtemperatur von 3000 K mit einem Farbwiedergabeindex von mindestens 80. Die Firma Raymond Vella gewann die Ausschreibung mit einem Beleuchtungskonzept, das diesen Anforderungen gerecht wurde und sowohl industriell hergestellte Leuchten wie Spezialproduktionen vorsah, um die verschiedenen, besonderes bedeutsamen Bereiche der Stadt ins rechte Licht zu rücken. Die Leuchten werden von iGuzzini Illuminazione hergestellt.

Für die Straßenbeleuchtung, die sowohl Fußwege wie Straßen für den Kraftverkehr wie für Fußgänger miteinbezieht, wurde ein Spezialprodukt mit Mikroprismenschirm gewählt, in dem ein optisches, für Straßen entwickeltes Optismart ST1C-System mit 31,2 W zur Anwendung kam, das zum Beispiel bei den Wow-Leuchten eingesetzt wird. Bei sämtlichen Leuchten handelte es sich um DALI-Geräte und dies machte insbesondere im Falle der Straßenbeleuchtung die Steuerung über ein System möglich, mit dem die verschiedenen Bereiche des Systems, Störungen, Ein- und Ausschalten (on/off) und die Dimmung im Falle besonderer Veranstaltungen oder Ereignisse oder im Falle spezieller Anforderungen im kulturellen oder touristischen Bereich von Vittoriosa auch ferngesteuert geregelt werden konnten. Im Straßennetz der Stadt gibt es einige Stellen, an denen besonderes Augenmerk vorausgesetzt wurde. Dabei handelt es sich um die Plätze und andere Orte, die als „Knotenpunkte“ betrachtet werden. Zu den wichtigsten darunter zählen etwa der Hauptplatz (Misrha Ir-Rebha), an dem sich das Gebäude des San Lawrenz Band Club befindet und außerdem zwei Denkmäler stehen: die Statue des Stadtheiligen Laurentius und das Siegesmonument. Das erste wird mithilfe von 4 Leuchten des Typs iPro mit Flood Optik, die sich am Sockel befinden, und 4 Leuchten des Typs Mini iPro mit Spot-Optik zur Beleuchtung der Statue selbst, bestrahlt, während für das Siegesmonument 4 Leuchten des Typs iPro mit Spot-Optik verwendet wurden. Auch in diesem Fall beträgt die Farbtemperatur 3000 K, doch durch die Verschiedenheit der Materialien der Skulpturen und der Gebäude, wird die Farbtemperatur sehr unterschiedlich empfunden. Deshalb gelang es auch auf diese Weise, die vom allgemeinen Beleuchtungskonzept vorgesehene Kontrast- und Variationswirkung zu erzielen und ein Zuviel an Gleichförmigkeit zu verhindern. Das auf 1880 zurückgehende Gebäude des San Lawrenz Band Club wurde mit Linealuce Mini-Leuchten in Szene gesetzt, um die waagerechten Elemente wie das Dekor der Balkone und insbesondere das Dekor auf dem Gebäudedach entsprechend zu betonen. Die senkrechte Dimension wurde hingegen durch iPro-Strahler unterstrichen, die die dekorativen Elemente, die sich an den äußeren Fassadenrändern befinden, und die 4 Elemente durch die die Bereiche des letzten Stockwerks unterteilt werden, beleuchten. Einen weiteren Knotenpunkt im Stadtgebiet stellt der Bereich des Coemeteriums hinter der Kirche des Hl. Laurentius dar. Dieser Bereich umfasst verschiedene Ebenen, die über mit Walky-Einbauleuchten erhellte Treppen erreicht werden können. Die architektonischen Besonderheiten der Fassaden, die auf diesen Bereich blicken, werden durch Leuchten der Typen iPro und Glim Cube hervorgehoben, die sehr klein sind und daher besonders an den Giebeln und den Details in den oberen Bereichen des Gebäudes nicht störend wirken. Die waagerechten Mauerkronen der Gebäude werden hingegen über ihre gesamte Länge hinweg mit Linealuce-Leuchten bestrahlt. Am Boden wurde in Abhängigkeit der auszuleuchtenden Höhen auf die Einbauleuchten Light Up und Ledplus zurückgegriffen. Die Ledplus-Leuchten haben die Aufgabe, die Säulen der Fassade und der Eingangsportale zu umreißen, während die Light Up-Leuchten dazu dienen, die Beleuchtungsstärken in diesen Bereichen zur Gewährleistung der Sicherheit zu erhöhen und den Hauptfassaden des Coemeteriums ein wenig ihrer Dramatik zu nehmen. Das Rippenwerk der Kuppeln der Kirchen des Hl. Dominikus und des Hl. Laurentius wurde durch einen Spezialeingriff auf regelrecht chirurgische Weise unter vorrangiger Verwendung von iPro-Leuchten hervorgehoben. Nischen und waagerechte, dekorative Elemente wurden hingegen mithilfe von Linealuce-Modellen betont. Der strenge Eindruck des sich über zwei Ebenen erstreckenden Inquisitorenpalasts wurde durch die Hervorhebung der senkrechten Linien von unten durch Ledplus-Einbauleuchten noch zusätzlich unterstrichen. Entlang der Trennungslinie zwischen dem ersten und dem zweiten Geschoss hingegen wurden Linealuce Mini-Leuchten installiert, die den von den Einbauleuchten auf dem Boden geworfenen Lichtkegel fortsetzen. Für ein bezeichnendes Element der städtischen Landschaft von Vittoriosa, nämlich die gesamte Befestigungsanlage, wurde eine ganz spezifische Behandlung vorgesehen. Entlang der Bastion des Hl. Johannes, die ins Landesinnere der Insel Malta blickt, befindet sich der Graben, der saniert wurde und heute einen Grünbereich darstellt. Die Imposanz der Befestigungsanlage wird durch eine gleichmäßige Ausleuchtung der Stadtmauern mit Maxiwoody-Strahlern mit Straßenoptik unterstrichen, sodass auch der Abstand zwischen den Bodenleuchten erhöht werden konnte. Über den Graben verlaufen eine Fußgängerbrücke und eine für den Kraftverkehr, die die einzigen Zugangsmöglichkeiten der Stadt in diesen Bereich darstellen. Auf diesen beiden Brücken wurden Linealuce RGB-Leuchten verwendet. Das ist der einzige Bereich, in dem farbiges, rotes Licht verwendet wurde, um die Farbe der Fahne des Johanniterordens (Malteserordens) anzudeuten. Entlang dieser Mauer trifft man auf 3 Stadttore, über die die eigentliche Stadt erreicht werden kann. Den Hauptzugang stellt das auf das Jahr 1722 zurückgehende Tor Couvre Port dar. Das reiche Dekor des Tors wird durch Maxiwoody-Leuchten zur Geltung gebracht, während Light Up-Einbauleuchten entlang des Eingangstunnels in den Stadtmauern die Strecke bis zum Platz des Couvre Port begleiten, der wiederum zur gleichmäßigen Ausleuchtung der Bodenfläche mit großen iPro-Strahlern ins rechte Licht gerückt wird, während auf dem Dach iPro Mini-Leuchten mit 90°-Optik installiert sind, um den oberen Bereich des Gebäudes auszuleuchten, sodass dieser keinen dunklen Bereich bilden und verschwinden kann, sondern auch von anderen höher liegenden Städten der Umgebung aus gesehen werden kann.

Vittoriosa wurde auf einer kleinen Halbinsel erbaut, auf deren Seiten sich der Jachthafen und ein unter der Bezeichnung Mandrag bekannter Streifen befinden, der bei den Bewohner der Stadt sehr beliebt ist und häufig für Spaziergänge und kurzfristig organisierte Grillfeste frequentiert wird. Hier erfolgt die gleichmäßige und homogene Ausleuchtung des gesamten Abschnitts der Stadtmauern durch MultiPro-Strahler auf Masten. Man bediente sich ganzer 144 Stück, die in der größten Ausführung mit Flood-Optik auf 23 Masten installiert wurden, während die etwa 138 Schießscharten, in denen sich die Kanonen befanden, mit Ledtube-Leuchten entsprechend inszeniert wurden. Die Landschaft wird in diesem Bereich aus der Sicht der umliegenden Städte vor allem durch die kompakte und gewaltige Gesamtheit des Benediktinerklosters geprägt, das auf der vom Meer aus zu sehenden Seite mit Linealuce Mini-Leuchten erhellt wird, die entlang der Gurtgesimse angebracht sind. Im letzten Teil der Halbinsel befand sich im Oktober 2016 noch das bereits vorhandene Beleuchtungssystem.

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  • Year:
    2015
  • Client:
    Ministerium für Justiz, Kultur und örtliche Regierung
  • Director of Works:
    Ministry For Justice, Culture and Local Government, Restoration Directorate
  • Design, supply, installation and commissioning:
    Raymond Vella & CO. LTD
  • Project Part Financed by the European Regional Development Fund Malta 2007-2013
  • Photographer:
    Mark Cassar & Matthew Randon

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